10a und ... der Schulalltag

Aus "10 Jahre Hildburgschule" - Erinnerungsschrift für den sechsten Abgängerjahrgang der Realschule Rinteln (1965-1970).

 

Gedanken zur Schulordnung

Ganz ohne Ordnung geht es nicht. Darum ist auch an unserer Schule eine Schulordnung erforderlich. Erst vor kurzer Zeit wurde sie erneuert und nach meiner Meinung auch verbessert. Sie ist kurz gehalten und enthält im wesentlichen das, was erforderlich ist.

Für besonders gut halte ich es, daß in § 1 an die Mitverantwortung der Schüler appelliert wird, die ich für besonders wichtig halte. Ich meine, daß ein großer Teil der Gebote weggelassen werden könnte, wäre bei jedem Schüler der bewußte Wille zur Mitverantwortung vorhanden. Doch dieser Idealfall wird wohl nur schwer zu erreichen sein.

§ 5 ist weniger gut. Nach ihm wird nur desjenigen, dessen Schulweg 2 km oder mehr beträgt, ein Fahrradständer zugeteilt. Von Schülern, die aus Rinteln kommen und vielleicht nur 1,5 km Weg haben, verlangt man also, daß sie zu Fuß zur Schule kommen. Das ist meiner Meinung nach zu weit. Die Büchertaschen sind oft sehr schwer. Man sollte auch diesen Schülern einen Fahrradständer zuteilen. Reichen die Ständer nicht aus, so sollte man noch einige anschaffen.

Auch § 4 hat einige Lücken. Er verbietet das Verlassen des Schulgeländes - ist aber einer der Paragraphen, die wohl am häufigsten überschritten werden. Man begründet dieses Verbot hauptsächlich damit, daß man auf die Unfallgefahr hinweist. Dieser Gefahr sind die Schüler sonst aber auch den ganzen Tag über ausgesetzt.

Unnötig erscheint mir § 8. Er beschreibt, wie man sich bei Gefahr verhalten sollte, die durch Feuer, Gasexplosionen oder andere Unfälle entstehen könnte. Zwar stimmt es, daß man in einem solchen Fall, wie es hier heißt, Ruhe und Besonnenheit bewahren muß. Dies sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ich kann mir aber schwer jemanden vorstellen, der sich in einem solchen Augenblick an die Schulordnung hält, und sich überlegt, was sie vorschreibt. Das Verhalten in einem solchen Fall müssen die Lehrer den Schülern zwar immer wieder klarmachen, aber ich glaube, daß es nicht in einer Schulordnung durch Gebote und Paragraphen erzwungen werden kann.

Daß für fahrlässig oder mutwillig verursachte Schäden gehaftet werden muß, wie es § 10 sagt, ist natürlich klar. Nur ist es in den meisten Fällen schwer, die Schuldigen zu ermitteln. Daß überhaupt noch Schäden mutwillig verursacht werden, zeigt, daß die Mitverantwortung bei einigen noch nicht funktioniert. Vielleicht wird es eines Tages, wenn wir unsere Schulzeit schon lange hinter uns gebracht haben, so weit sein, daß die Schülermitverantwortung so gut ist, daß überhaupt keine Schulordnung mehr nötig ist. Bis dahin ist aber noch ein langer Weg zu bewältigen.

W. M. aus E.

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